Andreae – Historische Porträts

Die Mehrzahl der hier veröffentlichten Abbildungen wurde von Dr. Edward H. Thompson, Department of Economic Studies, Dundee University, Scotland, gesammelt und digitalisiert. Auch die Bildbeschreibungen sind größtenteils von ihm. Mit seinem Einverständnis wurden die Grafiken in die Schulhomepage eingebunden. Herzlichen Dank nach Schottland!

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Johann Valentin Andreae 1628 im Alter von 42 Jahren

Andreae, 1628

Der lateinische Schriftzug um das Porträt lautet übersetzt: „Johann Valentin Andreae von Herrenberg in Württemberg, geboren 1586 am 17. August. Im Jahr 1628.“ Johann Valentin Andreae ist auf diesem Stich somit 42 Jahre alt.

Rechts oben ist das Wappen der Familie Andreae abgebildet. Es zeigt ein Andreaskreuz mit vier Rosen in den Winkeln. Auch im Wappen von Martin Luther gibt es übrigens eine Verknüpfung von Kreuz und Rose, siehe Wikipedia. Eine Verknüpfung diskutierten manche Autoren.

Ölgemälde von Johann Valentin Andreae (1639)

Andreae 1639

Das Bild zeigt J.V. Andreae im Jahr 1639, 53 Jahre alt. Das Original ist im Besitz des Württembergischen Landesmuseums in Stuttgart. Das Motto unter dem Porträt zitiert aus den Psalmen des alten Testaments : In te Domine speravi, non confundar in æternum. 16 Æta: 53. 39 – Auf dich Herr hoffe ich, nicht verwirren lass ich mich, in Ewigkeit! 1639 wurde J.V. Andreae Hofprediger und Konsistorialrat in Stuttgart.

Druck nach dem Ölgemälde von 1639

Druck nach Ölgemälde von 1639

Das Porträt zeigt Andreae im Jahr 1639, 53 Jahre alt. Die Ähnlichkeiten mit dem Ölgemälde (oben) sind offensichtlich. Ein paar Freiheiten nahm sich der Künstler allerdings heraus, so wurde J.V. Andreae z.B. ein lockigeres Haupthaar verpasst.

Außerdem wurde dem Schriftzug „JOH. VALENT: ANDREÆ“ ein „T.D.“ angefügt. Nach Dr. Thompson die Abkürzung für „Theologiae Doctor“, also „Doktor der Theologie“. Dieser Titel wurde ihm allerdings erst 1641 verliehen. Damit kann die Druckplatte nicht 1639 erstellt worden sein, wie die unter dem Bibelspruch stehende Jahreszahl es zunächst vermuten lässt.

Johann Valentin Andreae im Jahre 1648

J.V.Andreae 1648 von Wolfgang Kilian

Das Porträt zeigt J.V. Andreae im Jahr 1648, 62 Jahre alt. Die Platte wurde von Wolfgang Kilian (1581-1662) signiert, der aus einer angesehenen Familie von Graveuren stammt.

Über dem Porträt steht das Motto „Sufficit“ – es ist genug.

Kloster Bebenhausen

Von Krankheiten geschwächt, verbrachte er die letzten Jahre seines Lebens als Prälat bzw. Abt in Bebenhausen (1650, siehe Foto) und Adelberg (1654).

Am 27.6.1654 starb er in Stuttgart im Alter von nicht ganz 68 Jahren.

Der Halbmond unter dem Porträt verweist auf Herzog August von Braunschweig-Lüneburg. Dieser Druck war der Seleniana Augustalia, einer Veröffentlichung des Briefwechsels mit Fürst August, beigefügt, die im Jahr 1649 erschien. Herzog August hatte auch die Kosten für die Promotion zum Doktor der Theologie übernommen.

In dem Kästchen links unten ist das Geburtsdatum von J.V.Andreae angegeben. „N.“ steht dabei für „Natus“, geboren. Rechts unten ist ein Kästchen für das Datum seines Todes („O“ = „OBIIT“= Gestorben). Da der Porträtierte zum Zeitpunkt der Gravur noch lebte, wurde hier lediglich „MDC“, also „16“ eingetragen. Der Rest sollte wohl später ergänzt werden.

Gedenkdruck von Melchior Küsell zum Gedenken an J.V. Andreae

Druck von Melchior Küsell

Nach seinem Tod angefertigter Druck, zeigt Johann Valentin Andreae vermutlich im Alter von 62 Jahren. Signiert ist es von Melchior Küsell (1626-83) und wurde offensichtlich nach dem Stich von Wolfgang Kilian, siehe oben, angefertigt.

Neben dem Wappen der Andreae – Andreaskreuz mit Rosen in den Winkeln – sind zahlreiche weitere Familienwappen abgebildet. Aus der Familie Grüninger (Wappen oben rechts) stammte die Frau von Johann Valentin.

Die linke Wappenreihenreihe repräsentiert die männliche Abstammunglinie, die rechte Reihe die weibliche Linie.

Abbildung aus dem „Nordisk familjebok“

Abbildung aus dem Nordisk Familjebok

Eine weitere, auf dem Porträt von 1648 (von Wolfgang Kilian, siehe oben) beruhende Grafik, findet sich im Nordisk familjebok, einem schwedischen Konversationslexikon, erschienen 1876 – 1896.

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