Alle Jahre wieder ist der Wechsel auf die weiterführende Schule für viele unserer neuen “Fünfer” verbunden mit der erstmaligen eigenständigen Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel auf ihrem täglichen Schulweg. Ein großer Schritt, dem die Kinder mit Spannung, manche Eltern allerdings mit Bangen entgegen sehen. Kennen sie doch die Gefahren, die an und in Bussen und Bahnen lauern, wenn man sich falsch verhält.

Um etwaigem Fehlverhalten rechtzeitig vorzubeugen, wurde das Projekt „Busfahren – aber richtig!“ ins Leben gerufen, mit dem das Polizeipräsidium Ludwigsburg gemeinsam mit örtlichen Busunternehmen den Fünftklässlern in der Region bei der regelkonformen Nutzung von Bussen und Bahnen auf die Sprünge hilft. So auch wieder am 28. und 29. September 2021 im Markweg-Schulzentrum, wo unter der Leitung unseres Verkehrsbeauftragten, Herrn Borlan, alle zehn 5. Klassen der drei weiterführenden Schulen das richtige Busfahren erlernten.

Nacheinander durchliefen die Fünftklässler ein Programm, bei dem sie zunächst von Polizeibeamtinnen des Referats Prävention des Polizeipräsidiums Ludwigsburg, Standort Böblingen, auf mögliche Gefahren im Straßenverkehr und bei der Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel hingewiesen wurden und Tipps erhielten, wie sie diese vermeiden oder im Ernstfall meistern können. Laut Einschätzung der Polizei ist eine besondere Gefahrenquelle immer die Bushaltestelle, weil dort geschubst und gedrängelt werde, gleichzeitig seien viele Kinder unaufmerksam, da mit dem Handy beschäftigt. Viele haben Stöpsel im Ohr und hören daher auch nicht, was um sie herum passiert. Umso wichtiger sei es, dass die Fünftklässler gleich in den ersten Unterrichtswochen vor diesen gefährlichen Verhaltensweisen gewarnt werden.

Über diese sicherheitsrelevanten Punkte hinaus beinhaltete der von der Polizei durchgeführte theoretische Teil des Projekts auch Aspekte der Sozial-, Umwelt- und Gesundheitserziehung, die sowohl bei Schulbusfahrten, wie auch bei den Busfahrten zum Hallenbad, ins Schullandheim oder bei Klassenausflügen von Bedeutung sind und in Teilen auch auf die Fahrt mit der S-Bahn übertragen werden können.

Autsch!!! Aber nein – dafür gibt’s den Klemmschutz!

Besonders spannend war im Anschluss der praktische Teil der Schulung im Bus, den auch in diesem Jahr wieder das Busunternehmen Däuble übernommen hatte. In kindgerechter, launiger Sprache erläuterte Geschäftsführer Herbert Däuble, was im Bus möglich ist und was es unbedingt zu vermeiden gilt. Er machte auf die Anschnallpflicht aufmerksam und nahm den Kindern mit Hilfe von Freiwilligen die Angst, von sich schließenden Türen eingeklemmt zu werden. Höhepunkt der Unterweisung im Bus war wie immer die Rundfahrt über die Kalkofenstraße zurück zum Schießtäle, in deren Verlauf den Kindern bei zwei Vollbremsungen bei Tempo 15kmh vor Augen geführt wurde, welche Kräfte dadurch entfesselt werden und wie wichtig es daher ist, im Bus einen festen Halt zu haben. „Wenn ein bisschen was hängenbleibt, ist es nicht schlecht,“ meinte Herr Däuble hinterher. Auch er hält das Projekt wichtig für die Entwicklung eines Gefahrenbewusstseins der Kinder und die daraus folgende Unfallvermeidung.

Wer schafft’s zuerst in den Bus? So funktioniert das sicher nicht!

Dass sie in dieser Doppelstunde eine Menge gelernt und erfahren haben, bestätigten die Kinder mit leuchtenden Augen. „Die Vollbremsung hat gesessen!“ meinte ein Mädchen. “Da kriegt man schon Respekt.“

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